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Aktuelles

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Der Macher aus Niederzissen

SPD-Landratskandidat Christoph Schmitt

Kreis Ahrweiler. SPD-Politiker Christoph Schmitt tritt bei der Landratswahl im Kreis Ahrweiler am 23. Januar 2022 als überparteilicher Kandidat an. Als größte Herausforderung erachtet der 35-Jährige den Wiederaufbau des Ahrtals nach der Flut. Kritisch blickt Schmitt auf den Ex-Landrat. Auch die Klimapolitik kommt ihm eindeutig zu kurz.

Aus seiner Motivation für die Landratskandidatur macht SPD-Politiker Christoph Schmitt aus Niederzissen keinen Hehl: „Ich bin seit meinem 18. Lebensjahr in der Kommunalpolitik aktiv, habe einige Stationen bis hin zum Fraktionsvorsitzenden im Kreistag durchlaufen. Ich traue mir das Amt als Landrat zu.“ Unter ihm soll ein Neustart in der Kreispolitik gelingen.Klima- und verkehrspolitische Versäumnisse sollen schleunigst aufgearbeitet werden. In wesentlichen Zukunftsfragen wolle er den gesamten Kreis im Blick behalten. Kritisch siehtSchmitt das „unnahbare“ Flut-Management des ehemaligen Landrats Jürgen Pföhler. SeinKonzept: Mehr Bürgernahe und Konsensfähigkeit wagen. Auch den Wiederaufbau im Ahrtal sieht er als Gemeinschaftsaufgabe.

Spannende Zeiten für einen Neuanfang

Selbstverständlich habe er sich seine Kandidatur reiflich überlegt: „Aber aufgrund meiner beruflichen Erfahrung aus dem Bundeszentralamt für Steuern in Bonn und meiner kommunalpolitischen Kompetenzen passe ich in das Profil einer solchen Stelle.“ Dennoch:„Nach einer Katastrophe solchen Ausmaßes als Landrat zu kandidieren ist nichts Alltägliches. Politiker sollten sich genau überlegen, ob man den Herausforderungen gewachsen ist. Zudem ist es in diesen spannenden Zeiten wichtig, dass wir im Kreis einen politischen Neustart hinbekommen. Diese Herausforderung nehme ich gerne an.“

Notwendig für einen Neuanfang war Schmitts Ansicht nach auch, dass Ex-Landrat Pföhler den Weg dafür freimachte. Der 35-Jährige selbst war es, der mit einer Resolution dieWeichen für den Wechsel im Kreishaus stellte. Die Vorgänge in der Flutnacht zu bewerten sei hingegen Sache der Staatsanwaltschaft, sagt Schmitt. „Was politisch zu kritisieren ist, war sein Verhalten direkt nach der Flut. Er hat leider überhaupt keine Präsenz gezeigt. Er war nicht bei den Menschen, er war nicht bei den Betroffenen und Rettungskräften. Als obersterKatastrophenschützer hätte ich von ihm erwartet, dass er sich der Verantwortung stellt. Das hat er nicht getan.“

In Gummistiefeln im Flutgebiet

Schmitt watete wochenlang selbst in Gummistiefeln durchs Flutgebiet, hat bei Freunden oder Fremden Schlamm geschippt und sich ein Bild von der katastrophalen Situation verschafft. „Es war anfänglich schwer zu realisieren, was überhaupt passiert war“, sagt Schmitt. Umso gewaltiger erscheint auch die Mission Wiederaufbau, die wohl nicht weniger als ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen werde. Umso nötiger sei deshalb ein „Macher“ imKreishaus. „Auf Kreisebene fehlt immer noch jemand, der die Richtung vorgibt, der an entscheidenden Punkten koordiniert. Bürgermeister oder Ortsvorsteher machen bislang einen super Job, aber stehen in Sachen Wiederaufbau auch vor vielen Fragen, die sie selbst nicht beantworten können. Daran muss vonseiten des Kreises intensiver gemeinsam mit dem Land gearbeitet werden.“

Beispielhaft solle es Schmitt zufolge Kreis-Kernkompetenz sein, eine nachhaltige Ahr-Radwegroute zu konzipieren, die für viele Kommunen nach der Hochwasserkatastrophe relevant ist. „Wir haben jetzt die einmalige Chance, einen einheitlichen Radweg an der Ahr als touristisches Highlight zu schaffen. Also sollten wir das als Kreis auch tun.“ Auch in punkto nachhaltige Verfahren, ökologische Verträglichkeit oder erforderlicher Klima- undHochwasserschutz solle von Kreisebene verstärkt im Sinne der Kommunen agiert und mit angrenzenden Kreisen kooperiert werden. „Dafür stehe ich ein“, sagt er.

Soforthilfen top, Verwaltung flop

Lob verteilt Schmitt für die schnell ausgezahlten Soforthilfen im Nachgang des Jahrhunderthochwassers. „Wir haben in kürzester Zeit zwei Soforthilfeprogramme im Land und Kreis auf die Beine gestellt. Das hat auch recht unbürokratisch funktioniert.“ Zweifelsfrei sei der größere Wiederaufbaufonds eine „deutlich komplizierte Sache“. Schmitt:„Wir reden von Steuergeld, das gerecht verteilt werden soll. Mit Blick auf den Missbrauch von Corona-Soforthilfen müssen dabei gewisse Mechanismen berücksichtigt werden, speziell bei derartigen Summen.“

Auf Schmitts Agenda steht auch eine „verschlankte Verwaltungsstruktur“ und die„Entbürokratisierung“ im Kreis. Heißt: „Oftmals entsteht der Eindruck, eine Verwaltung prüft, warum etwas nicht geht. Ich wünsche mir eine Verwaltung, die prüft, wie etwas am schnellsten oder am einfachsten geht “, sagt der 35-Jährige. Entsprechend „konstruktiv und pragmatisch“ wolle er den Kreis künftig aufgestellt wissen. Auch personell sehe er Nachbesserungsbedarf. „Da müssen wir ran. Es wäre blauäugig zu glauben, dass wir die bevorstehenden Aufgaben mit diesem Personalstamm bewältigen können.“

Wirtschaftsförderung mit Klimaschutz vereint

Schmitts übergeordnetes Ziel: Der Kreis Ahrweiler soll moderner werden und lebenswert bleiben. „Dafür wollen wir kleine und mittelständische Betriebe in der Region oder auch ander Ahr halten und hinzugewinnen.“ Zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts gehöre zudem, den Tourismus durch beschleunigte Infrastrukturprojekte zu fördern. „5G-Mobilfunkversorgung oder moderne Mobilitätskonzepte sind vorstellbareZukunftsprojekte.“ Voraussetzung dafür: „Die Wiederherstellung der Infrastruktur etwa mitSportplätzen oder Dorfgemeinschaftshäusern ist nach der Flut so weit fortgeschritten, dass dafür Kapazitäten bleiben.“ Weit oben auf Schmitts Prioritätenliste steht auch derKlimaschutz. „Etwa im Bereich der erneuerbaren Energien ist im Kreis bisher zu wenig passiert. Wenn wir CO2-neutral werden wollen, müssten wir eigentlich schon seit Jahren weiter in der Umsetzung sein.“ Solar- und Windenergie seien deshalb „Themen der Stunde“.

Vor der Konkurrenz um den Landratsposten ist Schmitt, dessen Kandidatur auch von den freien Wählern unterstützt wird, nicht bange. „Wir sollten im Kreis unsere politischen Kräfte bestmöglich bündeln und an einem Strang ziehen. Ich sehe mich dazu in der Lage, verschiedene Interessen zu vereinen“, sagt der Diplom-Finanzwirt. Um dieZukunftsaussichten für das Ahrtal zu verbessern, sei genauso die Hilfe und vertrauensvolleZusammenarbeit mit Land und Bund unabdingbar. „Und meine Kontakte nach Mainz und Berlin können dabei helfen, den Austausch für den Wiederaufbau weiter zu intensivieren.“Für Schmitt ist klar: „Als Landrat sollen für mich bestmögliche Resultate im Vordergrund stehen – für die Region und die Menschen, die hier leben.“

Finanzexperte und Weltenbummler

SPD-Landratskandidat Christoph Schmitt wurde 1986 in Neuwied geboren und lebt mit seiner Frau in Niederzissen. Beruflich ist der 35-jährige Diplom-Finanzwirt im Bundeszentralamt für Steuern in Bonn tätig und schwerpunktmäßig mit internationalem Steuerrecht betraut. Abseits der Politik ist Schmitt privat in Karnevals-und Sportvereinen aktiv und unternimmt mit Vorliebe Fernreisen.

Quelle: Bonner General-Anzeiger, 13.12.2021, Stephan Stegmann
Foto: Martin Gausmann

 

© 2022 Christoph Schmitt